Kinder- und Bürgerbeteiligungsprojekte

Spielleitplanung

Die Spielleitplanung ist ein 1999 durch das Land Rheinland-Pfalz entwickeltes, kommunales Planungsinstrument. Es handelt sich um eine nachhaltige und umweltgerechte Entwicklungsplanung für Städte und Gemeinden, die einen besonderen Fokus auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen legt. Sie soll zur Erhaltung und Verbesserung des Lebens- und Wohnumfeldes von jungen Menschen beitragen. Im Ergebnis entsteht durch die Spielleitplanung ein Planwerk, das die zukünftige gemeindliche Entwicklung hin zu einer kinder- und jugendfreundlichen Kommune leiten kann. Es werden konkrete Projekte und Maßnahmen entwickelt und die Zusammenarbeit der Akteure in Politik, Verwaltung und Bürgerschaft gestärkt. Das Instrument der Spielleitplanung wurde in mehreren Kommunen in Rheinland-Pfalz entwickelt und erprobt und findet seitdem zunehmend bundesweite Anwendung. Sollten Sie sich mit folgenden Fragestellungen beschäftigen, wäre die Spielleitplanung für Ihre Gemeinde sinnvoll und hilfreich:

  • Wie gehe ich mit meinen veralteten Spielplätzen um und schaffe ein System von qualitätsvollen Spielflächen?
  • Wie kann ich den Rückbau von Spielplätzen sinnvoll gestalten?
  • Wie können Bewegungsangebote in der Stadt aussehen, die keine klassischen Spielplätze sind?
  • Wie lassen sich Freiräume attraktiv vernetzen?
  • Wie binde ich die Themen Bewegung und Gesundheit verschiedener Altersgruppen ein?
  • Wie kann ich Jugendliche, die sich auf einem Kleinkinderspielplatz aufhalten und die Kinder sowie Nachbarn stören, einbinden und ihnen neue Treffpunkte anbieten?
  • Wie schaffe ich Räume, die für alle Generationen attraktiv sind?
  • Wie binde ich Kinder und Jugendliche in Planungsprozesse ein?

Gern beraten wir Sie zur Spielleitplanung in Ihrer Gemeinde und entwickeln mit Ihnen ein für Sie optimiertes Verfahren. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf.

 

Dorfmoderation

Dorfmoderation bündelt aktive Bürgerbeteiligung. Leben und Entwicklung im Dorf sind entscheidend auf das Engagement der Bürgerinnen und Bürger angewiesen. Für diese Beteiligung spielt die Dorfmoderation eine eminent wichtige Rolle“, die stark gestiegene Bedeutung einer aktiven Kinder und Bürgerbeteiligung im Rahmen der Dorferneuerung. Dorferneuerungs-maßnahmen werden vermehrt von einer Dorfmoderation begleitet. Dabei bietet ein externer Moderator der Gemeinde Hilfen zur Problemlösung oder Konfliktregelung an, ohne dabei inhaltlich Stellung zu beziehen. So dienen zum Beispiel themenbezogene Arbeitsgruppen, Planungs- und Zukunftswerkstätten, Anliegerversammlungen oder Exkursionen dazu, einzelne Ideen zu bündeln, zu diskutieren und auszuarbeiten. „Die Experten sind dabei stets die Bürger der Gemeinde. Schließlich verfügen sie über das örtliche Wissen, die Erfahrung und die Ideen.


Spielleitplanung in der Ortsgemeinde Staudt

 

Der offene Prozess der Erarbeitung der Spielleitplanung ist durch die Partizipation von Kindern und Jugendlichen bestimmt. Die Gemeinde Staudt hat im Sommer 2007 beschlossen eine Spielleitplanung in Staudt durchzuführen. Wir als  Arbeitsgemeinschaft Spielleitplanung mit dem Büro IUM, Petra Leischwitz haben daraufhin die Förderantragstellung beim Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten und beim Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, Rheinland-Pfalz für die Gemeinde vorbereitet. Mit Genehmigung der Förderanträge wurden im Herbst 2007 die Streifzüge der Kinder und Jugendliche durchgeführt und die Bestandspläne erstellt. Gemeinsam mit der Arbeitsgruppe Spielleitplanung Staudt wurde eine Bewertung der Erlebnis- und der Spiel-, Aufenthaltsbereiche der Ortsgemeinde durchgeführt. Aus den Ideen und Vorschlägen der Kinder und Jugendlichen wurden über 50 Einzelmaßnahmen konzipiert und in den Spielleitplan aufgenommen. Der Spielleitplan wurde im August 2008 mit Gemeinderatbeschluss abgeschlossen. 2009 wurde das Starterprojekt und ein erstes weiteres Projekt umgesetzt.

 

AG:

Ortsgemeinde Staudt

 

Leistungen:

Durchführung des planerischen und pädagogischen Parts unter Förderung vom  Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten und Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, Rheinland-Pfalz

 

Arbeitsgemeinschaft und Moderatorenteam Iu-m Petra Leischwitz, Dipl. Sozialpädagogin Simone Manger und Rolf Karbach

Spielleitplan Gemeinde Staudt
Spielleitplan Gemeinde Staudt

Dorfmoderation in der Ortsgemeinde Staudt

Staudter in den besten Jahren gestalten die Zukunft in Staudt! Beteiligung 50 + 

 

Die Ortsgemeinde Staudt ist eine Wohngemeinde im Großraum Koblenz/Montabaur mit etwa 1.000 Einwohnern. Die aktive Dorfgemeinschaft will ihr Dorfleben für die Zukunft gestalten. Nach dem der Schwerpunkt in den letzten Jahren auf Kinder und Jugendliche und damit auf die Familienfreundlichkeit gelegt wurde, beschäftigt man sich jetzt mit dem „Älterwerden“. Was braucht es in Staudt, damit man nicht nur mit 50, 60 Jahren sondern auch mit 70 oder 80 Jahren noch gut und gerne in Staudt leben kann und will?

Über eine vielseitige und breite Beteiligung sollen Staudter Bürger ab ca. 50 Jahren in einem moderierten Planungsprozess beteiligt werden. Zur Bewältigung der altersbedingten Herausforderungen an ein lebenswertes Dorf sollen Ideen, Wünsche, Vorstellung und Visionen für eine generationsgerechte Zukunft gesammelt, bewertet und realisiert werden.

Mit einer vorbereitenden Arbeitsgruppe wurden als erste Arbeitsschritte die Themen

  • In meinem Alter lebt man gerne in Staudt weil, ….
  • In meinem Alter könnte man besser in Staudt leben, wenn …
  • Um in 10, 20 Jahren in Staudt leben zu wollen, wünsche ich mir/brauche ich ...

bearbeitet und in anschließenden qualifizierten Interviews von der Arbeitsgruppe mit weiteren Bürgern im Dorf bearbeitet. Als ersten Schritt plante die Arbeitsgruppe eine Auftaktveranstaltung im April 2011, an der in ein kulturelles Rahmenprogramm eingebunden eine Ideenbörse als World-Cafe durchgeführt wurde. Die Beteiligung war riesig, es kamen ca. 90 bis 100 Staudter Bürger. Es wurde ein Maßnahmenkatalog mit ca. 50 Punkten gesammelt. Der Maßnahmenkatalog soll jetzt in neuen Arbeitsgruppen kurz-und langfristig umgesetzt werden. Darüber hinaus sollen die Maßnahmen in die weitere Dorfentwicklung einfließen.

 

AG:

Ortsgemeinde Staudt

 

Leistungen:

Konzept, Vorbereitung/Nachbereitung Arbeitsgruppensitzungen, Moderation AG, Präsentation Generation 50 +, Interviewbogen, Pressearbeit, Auftaktveranstaltung mit World-Cafe

 

Arbeitsgemeinschaft und Moderatorenteam Iu-m Petra Leischwitz,  skills-in-motion und Rolf Karbach


Spielleitplanung in der Ortsgemeinde Argenthal

Die Gemeinde Argenthal gehört sowohl bevölkerungsmäßig als auch flächenmäßig zu den größten Gemeinden im Hunsrück und wird durch die B 50 mit den Gemeinden Rheinböllen im Nordosten und Simmern im Westen verbunden. Die Gemeinde hat ca. 1.732 Einwohner.  Über die kurze Anbindung der vierspurig ausgebauten Bundesstraße B 50 an die A 61 ist die infrastrukturelle Anbindung an die Ballungszentren Mainz/Wiesbaden und Koblenz sehr gut, so dass die Ortsgemeinde in den letzten Jahrzehnten städtebaulich als Wohngemeinde expandiert ist. Darüber hinaus ist die Ortsgemeinde in Verbindung mit der umliegenden Region eine attraktive Urlaubslandschaft, vor allem für Naturliebhaber.  

In zwei Gesprächen sowie einer Ortsbesichtigung im Juli/August 2010 wurden die Anforderungen der Gemeinde an den Ablauf der Spielleitplanung mit den Verantwortlichen der Ortsgemeinde konkretisiert und festgelegt. 

Argenthal zeichnet sich neben der großen Flächenausdehnung der Gemarkung auch durch eine große innerörtliche Flächenausdehnung aus. Diese ist durch eine Vielzahl vorhandener Freiflächen sowie die zentral die Ortslage querende Bachaue des Brühlbaches geprägt. Im Norden ist die Ortslage durch die Bahntrasse und die sich anschließende Bundesstraße B 50 begrenzt. Durch die beschriebenen strukturellen Besonderheiten sind die Bewegungsräume insbesondere von Kindern stark auf die innerörtlichen Bereiche focusiert. Die zwei zusätzlichen Sport- und Freizeitangebote „Sportplatz mit neuem Kommunikationszentrum“ und insbesondere der „Argenthaler Waldsee“ mit Badesee, Freizeitgelände und Freilichtbühne sind für Kinder kaum fußläufig erreichbar sondern setzen im Hinblick auf ihre Erreichbarkeit bereits eine größere Mobilität und Verkehrserfahrung voraus. 

Daher wurden ein zentrales örtliches Untersuchungsgebiet sowie zwei zusätzliche separate Funktionsbereiche „Sportbereich“ und „Waldsee“ abgegrenzt. Die Fläche des örtlichen Untersuchungsgebietes beträgt ca. 790 ha, der Sportbereich ca. 45 ha und der Freizeitbereich des Waldsees ca. 55 ha.

Wir haben die Förderanträge für die Ministerien erarbeitet und die Ortsgemeinde bei der Beantragung unterstützt. Im Oktober 2012 haben wir die Spielleitplanung fertiggestellt und der Gemeinderat Argenthal hat die Ergebnisse der Spielleitplanung einstimmig beschlossen.

 

AG:

Ortsgemeinde Argenthal

 

Leistungen:

Durchführung des planerischen und pädagogischen Parts unter Förderung vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten und Ministerium für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen, Rheinland-Pfalz

 

Arbeitsgemeinschaft und Moderatorenteam Iu-m Petra Leischwitz,  Dipl. Sozialpädagogin Simone Manger und Rolf Karbach

Spielleitplan Argenthal
Spielleitplan Argenthal